Ja, der Spruch viel mir auch zuerst ein, aber Johannes scheint ganz nett zu sein. Er war letztes Jahr in Portugal an der Algarve, also an meinem nächsten Ziel. Es scheint dort ganz nett zu sein nach seinen Aussagen: keine Hochhäuser, keine deutschen “Neckermänner” und sonst nur Strand, Meer und nette Leute. Nur für die Engländer wäre es das touristische Ziel schlechthin, weil es für sie sehr billig ist. So gibt es dann auch ganze Horden von Engländern, die ihre bleiche Haut unter der Sonne Portugals rostbraun grillen lassen.

Die andere Seite von Portugal ist die Armut und die daraus resultierende Hoffnungslosigkeit der Menschen. Ich werde an die Algarve fahren und dort mal so richtig ausspannen und versuchen mich von den Reisestrapazen zu erholen. Dann werde ich nach Südspanien (Andalusien) weiterziehen. Wenn ich mich dort umgesehen habe, werde ich nach Hause fahren, denn erstens hat mich das Heimweh gepackt und zweitens ist Herbst doch nicht die richtige Zeit für so eine Reise. Wahrscheinlich werde ich mit dem Zug zurückreisen, denn Trampen kostet in Spanien echt Zeit und vor allem Nerven.

Dazu kommen die vielen Übernachtungen in den Orten, in denen man zwangsläufig hängenbleibt. Summasumarum ist das wahrscheinlich schon der Preis für die Zugfahrkarte. Wenn es nicht schon Mitte Herbst wäre, würde ich noch die Provence nachholen, die ich von meiner Reiseroute ja übersprungen hatte. Nach Marokko fahre ich nun doch nicht, weil ich von Peter und anderen Kollegen schreckliche Geschichten darüber gehört habe.

Peter selbst war schon einmal da. Die bunten orientalischen Märkte von Marrakesch mit dem betriebsamen Treiben der Händler interessieren mich zwar nach wie vor, aber wenn ich nach Marokko fahre dann nur zu zweit und nicht allein. Allein in Marokko ist es einfach derzeit zu gefährlich.

Das ist das, was ich mit Flexibilität meine: man muss einfach so flexibel sein,  seine Reiseroute den momentanen Gegebenheiten anzupassen. Die Reise sollte dann ja eigentlich von Marokko aus mit einem Frachter in die USA gehen. Das dumme ist nur, dass die billige Fahrt mit dem Frachter ziemlich lange dauert und damit die Verpflegungskosten zu einem Problem werden könnten.

Ich denke mir also, dass es im Augenblick günstiger ist nach London oder Luxemburg zu trampen und von dort aus in die USA zu fliegen. Das ist zum einen günstiger und zum anderen nicht so anstrengend wie drei oder vier Wochen auf einem Frachter in einem Maschinenraum zu verbringen.

Ich bin froh, dass ich jetzt meine innere Ruhe und vor allem meine Reiseroute wiedergefunden habe. Eine Zeitlang wusste ich wirklich nicht mehr, wie und wohin ich meine Reise fortsetzen werde. Nachdem ich meine Reiseroute schon ein paar mal umschmeißen musste, habe ich jetzt den roten Faden wiedergefunden.